1Methodik

Im ersten Teil erarbeiten wir die Themen Hund, Stadt, Hundehaltung in der Stadt und die gesetzlichen Grundlagen anhand einer Literaturrecherche. Die Untersuchungen über den Hund und sein Zusammenleben mit dem Menschen sollen die lange Geschichte dieser Beziehung darstellen. Die Stadt, die die Rahmenbedingungen des urbanen Lebens vorgibt, wird gleichzeitig durch die in ihr lebenden Individuen gebildet. Um dieses Gefüge zu verstehen, wurde deren geschichtliche Entwicklung beschrieben. Erkenntnisse über die Hundehaltung, und die Beziehung Hund und Mensch wurden in weiteren Kapiteln zusammengestellt. Außerdem beleuchten wir die für dieses Thema relevante rechtliche Situation.

Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit der freiraumplanerischen Analyse von Hundezonen in Wien. Anhand repräsentativer Beispielflächen wird die vorherrschende Situation dargestellt. Wir erstellen anhand unserer Beobachtungen eine Typologie und machen so die Flächen vergleichbar.

Im dritten Teil werden ExpertInnen für Hundefragen aus verschiedenen Bereichen interviewt. EntscheidungsträgerInnen der Stadt und Organe der Verwaltung aber auch VertreterInnen der Medien, VerhaltenswissenschaftlerInnen und ein Hundeerzieher wurden zu deren Ansichten über Hundezonen befragt. Die Ergebnisse wurden zusammengefasst und gegenübergestellt. Eine weitere Befragung führen wir in unseren Beispielflächen durch. Die Meinung der NutzerInnen der verschiedenen Kategorien wurde aufgezeigt und verglichen.

Im letzen Teil werden unsere Erkenntnisse nach gestalterischen und organisatorischen Gesichtspunkten zusammengestellt.

1.1Die Freiraumplanerische Analyse

Um über den Ort Hundezone Überlegungen anstellen zu können, ist die Analyse der vorhandenen Bereiche in Wien Grundlage. Mit dem Besuch einer Vielzahl von Hundezonen verschaffen wir uns einen Überblick. Die Vielfalt an Flächen in Wien ist sehr groß. Trotzdem lassen sich die Bereiche nach ihrer Größe und ihrer Ausstattung kategorisieren. Als nächstes erstellen wir eine Bestandsaufnahmen für die jeweilige Beispielfläche der Kategorien. Sie „[d]ient der Erfassung, Darstellung und Bewertung der Raumqualität, -quantität und Freiraumfunktionen des Projektgebiets sowie der direkten Umgebung und erfolgt in schriftlicher, graphischer (zeichnerischer, fotographischer) und/oder modellhafter Form“ (Frohmann et al 2000, S. 4). Wir stellen die einzelnen Flächen graphisch dar und zeigen deren Besonderheiten auf. Hierzu erstellen wir Grundrisse und veranschaulichen durch Text und Bild die „räumliche Ausprägung und gestalterische Analyse“ wie es Frohmann et al (2000, S 5) für die Außen- und Innenbeziehung des untersuchten Areals fordern.

1.2Die Befragung

Wer entscheidet in der Stadt über Hundezonen? Wie denken EntscheidungsträgerInnen, Verantwortliche und ExpertInnen in Hundefragen über Hundezonen? Solche und ähnliche Dinge versuchen wir in mehreren Interviews zu beantworten. Neben der ExpertInnenbefragung holen wir die Meinung der „ExpertInnen vor Ort“, den HundebesitzerInnen, ein. An mehreren Tagen besuchen wir unsere Beispielflächen, um die BenutzerInnen direkt im Freiraum zu befragen.

Befragung bedeutet Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen. … Die Antworten beziehen sich auf erlebte und erinnerte soziale Ereignisse, stellen Meinungen und Bewertungen dar.“ So beschreibt Atteslander (2000, S. 114) die Interviewsituation. Die gesammelten Informationen sind Grundlage für die weiteren Befragungen und zur Hypothesenbildung. Ein Gespräch stellt immer eine soziale Situation dar, in der die gestellte Frage der Stimulus ist, den die Person bewertet, deutet, die eigene Reaktion ermittelt und dann eine Antwort formuliert. Mit diesem S → P → R Modell beschreibt Atteslander die Interviewsituation (2000, S. 119). Er berichtet weiters, dass die geäußerte Meinung das tatsächliche Verhalten nicht zwingend voraussagt. Ein wichtiger Faktor für die Authentizität der Antwort ist, laut Atteslander, die Zentralität. Sie ist „…ein Grad für die Betroffenheit…“ und „… der Bezug zu wesentlichen existentiellen Überzeugungen…. Je höher der Grad der Zentralität, desto wahrscheinlicher auch die Übereinstimmung zwischen geäußerter Meinung und effektivem Verhalten“ (Atteslander et al. 1993, S. 5ff aus: Atteslander 2000, S. 127). Dies versuchen wir bei den HundezonenbenutzerInnen durch die Befragung vor Ort zu erreichen.

ExpertInneninterviews

Bei den Befragungen zwischen 20. Jänner und 7. Mai 2006 werden elf ExpertInnen in Wien aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft, Medien, von Interessensvertretungen sowie SpezialistInnen des Hundeverhaltens interviewt. In zehn Einzelgesprächen werden sieben Männer und vier Frauen interviewt. Die Kontaktaufnahme erfolgt zuerst per Telefon. Im zweiten Schritt schicken wir eine Vorinformation per E-Mail mit den wichtigsten Fragen und einer Kurzinformation über unser Forschungsinteresse. Acht Gespräche werden auf Tonband aufgezeichnet und anschließend transkribiert. Bei zwei Befragungen verfassen wir ein mitgeschriebenes oder nachträglich verfasstes Gesprächsprotokoll. Die Interviews dauern zwischen 40 Minuten und zweieinhalb Stunden. Die Gespräche finden mit Ausnahme von Herrn Glaser, mit dem wir uns direkt in einer Hundezone unterhalten, am Arbeitsplatz der ExpertInnen statt. In der Befragung präsentiert sich einer von uns als Interviewleiter, der andere soll sich um den Leitfaden und die Vollständigkeit der Befragung bemühen. Unserer Erfahrung nach können die geschlechterspezifischen Interaktionseffekte vermieden werden (vgl. Pfedenhauer 2005, S. 195). Außerdem wird so gewährleistet, dass der Gesprächsleitfaden trotz offener Gesprächsführung eingehalten werden kann, und darüber hinaus neue Aspekte des Themas aufgeworfen und diskutiert werden. Es war ein großer Vorteil diese Interviews zu zweit führen zu können. Um sich ein möglichst umfassendes Bild zu machen, war zu Beginn die Fragengestaltung sehr explorativ. In weiterer Folge ist Ziel, die Interviews vergleichbar zu machen, die Problematik von vielen Seiten zu beleuchten und so eine umfassende Befragung zu gewährleisten (vgl. Meuser 2005, S. 87). Die Vorraussetzung für ein intensives Gespräch, mit einem ähnlichen Wissensstand, ist eine umfangreiche Literaturrecherche und die Begehung einer Vielzahl von Hundezonen. Dieses Wissen qualifiziert uns als konstruktiven Interviewpartner für die ausgewählten ExpertInnen. Ein qualitativ hochwertiger Dialog ist Ergebnis dieser Vorbereitung (vgl. Pfadenhauer 2005, S. 125). Bei der Auswertung und Aufarbeitung der Abschrift werden zuerst die Aussagen jedes Einzelnen paraphrasiert. Diese werden durch Überschriften zusammengefasst, um sie in weiterer Folge untereinander vergleichen zu können (vgl. Meuser 2005, S. 83).

Die HundezonenbenutzerInnen-Befragung

Die Befragung der HundehalterInnen führen wir in den Zonen selbst durch. Die Interviews werden teilstrukturiert in Form eines Leitfadengesprächs geführt. „Sie dienen ganz allgemein zur Hypothesenentwicklung…“ bemerkt Atteslander (2000, S. 153). Das Gespräch beginnt mit einer Vorstellung der Ziele und Hintergründe der Diplomarbeit. Es folgen einfache Fragen zur Person, wie Alter, Beruf und Familienstand und der Dauer des Aufenthalts. Neben der statistischen Erhebung ist uns ein leichter Einstieg in das weitere Gespräch wichtig. Offene Fragen und eine flexible Gesprächsgestaltung erhalten eine entspannte Situation. Ein hoher Informationsgewinn durch Natürlichkeit der Unterhaltung ist so gewährleistet. Die Fragen formulieren wir offen und nicht standardisiert, um den Befragten eine umfangreiche Beantwortung zu ermöglichen. Im Zuge der Auswertung erfolgt dann eine Kategorisierung, um die Erkenntnisse vergleichbar zu machen (vgl. Atteslander, S. 157).

Der Entwurf

Im vierten Teil der Arbeit stellen wir unsere Erkenntnisse dar. Wir erstellen ein Konzept, entwickeln ein Leitbild für die Gestaltung von Hundezonen (vgl. Frohmann et al. 2000, S. 7).

Teil I: Grundlagen