1Der Hund als Haustier

Für eine artgerechte Hundehaltung speziell in der Stadt ist die Kenntnis seines Verhaltens und der Grenzen seiner Anpassungsfähigkeit essentiell. Als Referenzsystem dient hier seine wilde Stammart, der Wolf. Erhält man durch vergleichende Beobachtungen Aufschluss über seine Wurzeln, darf aber der Einfluss der Domestikation und damit des Menschen nicht außer Acht gelassen werden. Im Folgenden werden die Verhaltensweisen sowie die physischen und psychischen Bedürfnisse des Hundes vor allem in Hinblick auf das Leben in der Stadt dargestellt.

„Haustiere“ sind nach Auffassung von Herre und Röhrs „…Teile von Wildarten, bei denen unter den veränderten Umweltbedingungen eines Hausstandes im Laufe von Generationen ein unerwarteter Reichtum an erblich gesteuerten Entwicklungsmöglichkeiten zur Entfaltung kommt, den Menschen in Bahnen lenken, die ihnen zunehmend vielseitigen Nutzen bringen oder besondere Freude bereiten“ (1990, S. 16f). Die Anpassung des domestizierten Wolfes an diese neue ökologische Nische des „Hausstandes“ begünstigte zahlreiche Veränderungen: Im Zuge der Haustierwerdung treten beim Hund im Vergleich zum Wolf Änderungen der Körpergröße und der damit verbundenen Schädelform, der Gestalt, der Organe, der physiologischen Leistung, des Verhaltens bis hin zu Unterschieden im molekularen Bereich auf (vgl. Herre & Röhrs 1990, S. 211).

Die Vorteile für die Haustiere im Umfeld des Menschen äußern sich beispielsweise in der Abnahme der Produktion zentralnervöser Energien und der reduzierten Aufnahme von Reizen aus der Umwelt im Vergleich zu der Wildform. Dies lässt sich dadurch erklären, dass unter der Obhut des Menschen die „angespannte Aufmerksamkeit eines Wildtieres nicht mehr vonnöten“ ist (Feddersen-Petersen 2004, S. 31). Leichtere Dressierbarkeit, der Zerfall zusammenhängender Verhaltensabläufe, wie beispielsweise das Beuteerwerbsverhalten, das für das Haustier an Bedeutung verliert, und intensiviertes Sexualverhalten sind typische Kennzeichen der Domestikation. Hunde werden früher geschlechtsreif. Wolfsrüden und Wölfinnen sind nur einmal im Jahr fortpflanzungsfähig, eine Hündin hingegen zweimal jährlich, ein Hunderüde das ganze Jahr.

Aber auch äußerliche Besonderheiten wie Schlappohren, auffällige Fellfärbungen und  veränderungen sind bei Haustieren vermehrt anzutreffen. Der hohe Grad an Merkmalsverschiedenheiten, der bei Betrachtung der Rassehunde augenscheinlich wird, verleitete fälschlicherweise sogar Charles Darwin dazu zu vermuten, der Hund sei das Resultat der Domestikation und Vermischung mehrerer Kanidenarten (2000, S. 37, siehe. Geschichte des Hundes). Heute erklärt Feddersen Petersen diese Variation einerseits durch den im Vergleich zur „genetischen Breite der gesamten Wildpopulation“ (2004, S. 33) eingeschränkten Genpool und die so ermöglichte Neukombination dieser reduzierten Gene und andererseits durch den Wegfall der natürlichen Selektion, und den Eintritt der künstlichen Auswahl des Menschen, welche das Überleben von der Norm abweichender Merkmale wie Fellfärbung, Fortpflanzungsverhältnisse, Größe aber auch Verhalten und Sozialstruktur erst ermöglichte (vgl. Feddersen-Petersen 2000, S. 27).

Dass im Laufe der Generationen, die Zahmheit genetisch fixiert wurde, wird durch Forschungsergebnisse des russischen Genetikers Dimitri Belyaev gestärkt, der auf einer Pelztierfarm gehaltene Silberfüchse (Vulpes fulvus) auf Zahmheit züchtete. Ziel des Experimentes war es, die scheuen Füchse, die 80 Jahre in Gefangenschaft gehalten und gezüchtet worden waren, aus wirtschaftlichen Gründen verträglicher im täglichen Umgang zu machen. Er wählte ruhige, Erkundungsverhalten zeigende Individuen mit einer geringen Fluchtdistanz aus und verpaarte diese miteinander. Im Laufe der 18 folgenden Generationen wandte er immer strengere Selektionsmaßstäbe allein auf das Merkmal Zahmheit an. Die so gezüchteten natürlich zahmen Tiere zeigten im Gegensatz zu ihren nicht selektierten Zwingergenossen viele Verhaltensmerkmale der domestizierten Hunde. „Sie reagierten auf Menschen positiv und aktiv. Sie suchten aktiv die Nähe zu ihren Pflegern und kletterten auf ihnen herum, sie nahmen Futter aus ihrer Hand …Sie kamen wenn man sie rief“ (vgl. Coppinger & Coppinger 2002, S. 66). Noch überraschender war das hundeähnliche Aussehen: aufgerichtete Schwanzspitzen, scheckiges Fell und hängende Ohren. Die Weibchen wurden - wie Hunde - öfter läufig.


Abb. 4: Zahmer Fuchs

Im Gegensatz zur angloamerikanischen Tradition, in der der Haushund als eigene Art (Canis familiaris) bezeichnet wird, ist nach Bohlken in Europa aufgrund der biologischen Zusammengehörigkeit zur Wildart Wolf (Canis lupus L.) die lateinische Bezeichnung Canis lupus forma familiaris üblich (aus: Herre & Röhrs 1990, S. 24 28; Feddersen-Petersen 2004, S. 39f).

Während der Jahrtausende, die der Hund in der Gesellschaft des Menschen verbrachte, verwandelte er sein Aussehen und sein Verhalten im Vergleich zur Stammart Wolf. Der Hund hat ein bis zu 30 % kleineres Gehirnvolumen proportional zur Körpergröße. Dieses Phänomen ist bei allen domestizierten Arten zu beobachten. Es resultiert aus den sinkenden Anforderungen an den Hund, der sich auf den Menschen verlassen kann. Bereits die ersten Hunde auf den Abfallhaufen der frühen menschlichen Siedlungen zeigen diese Veränderungen, da das Restestöbern eine geringere Denkleistung erfordert als die wölfische Jagd im Rudel (vgl. Herre & Röhrs 1991, S. 281; Feddersen-Petersen 1997, S. 250).

Heutige Zähmungsversuche des Wolfes belegen die Verschiedenartigkeit vor allem in Bezug auf die „psychosoziale Toleranz“ (Wiesner 1998, S. 9) zwischen Wildtier und Haustier. Wie der deutsche Wolfsforscher Erik Zimen beschreibt, haben Wolfswelpen eine im Vergleich zum Hund viel kürzere Sozialisierungsphase, in der eine Gewöhnung an den Menschen erfolgen kann (vgl. Zimen 1978, S. 23). Trotzdem „kommen aber bei den meisten [erwachsenen Tieren, d. Verf.] die Instinkte und Verhaltensweisen des Wildtieres wieder durch“ (Coppinger & Coppinger 2001, S. 46). Dies bestätigen auch Herre und Röhrs, die hervorheben, dass die Aufzucht zwar möglich ist, aber bei Einsetzen der Geschlechtsreife Rangordnungsstreitigkeiten auch mit dem Menschen eintreten, bei denen der Mensch körperlich unterlegen ist (1990, S. 97). Im Gegensatz zu Hunden eignen sich Wölfe nicht als Begleiter und Sozialpartner des Menschen.

Durch vergleichende Verhaltensforschung in Gefangenschaft gehaltener Wolfs  und Hunderudel werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Verhalten erforscht. Beide haben ein hoch entwickeltes, fein abgestimmtes, multikanales Kommunikationssystem aus Mimik, Körperhaltung und Lautäußerungen (vgl. Die Sinne). Dementsprechend vielfältig und ausgeprägt sind die individuellen Beziehungen innerhalb der Rudel. Ein komplexes Sozialgefüge bestimmt die Interaktionen und Verhaltensweisen der Mitglieder der Gruppe. Feddersen-Petersen stellt anhand der „Ausdrucksregionen“ im Bereich des Kopfes bei Hunden Vergröberungen des mimischen Ausdruckes fest: „Während … für adulte Wölfe um die 60 Mienen unterschieden werden konnten, haben etliche Hunderassen aufgrund der extremen Unterschiede im morphologischen Bereich kaum noch die Möglichkeit dazu, auch nur einen Bruchteil dieser wölfischen Vielfalt, Feinheit und Graduation zu zeigen(2004, S. 122; vgl. Überzüchtung). In Anpassung an das Zusammenleben mit dem Menschen veränderte sich das Kommunikations- und Sozialverhalten (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S. 31). Auch das vermehrte Aufkommen der Bellaute bei Hunden im Vergleich zum ruhigeren Wolf, der seine Beute nicht verjagen will, ist im Zuge der Domestikation eine Anpassung an die menschliche, akustische Kommunikation (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S. 127f, vgl. Mensch-Hund-Beziehung).

Hunde sind also hoch entwickelte Säugetiere, die in Sozialverbänden leben müssen, soziale Rollen einnehmen (Ränge), `rangordnungsbewusst´ sind und ein ausgeprägtes Lernverhalten zeigen“ (Feddersen-Petersen 2004, S. 246).

1.1Rassen

Neben den zahlreichen Mischlingshunden, die weltweit drei Viertel der Gesamtpopulation ausmachen, gibt es heute 337 vom F.C.I. (Federation Cynologique Internationale) anerkannte, das heißt in Zuchtbücher eingetragene, Hunderassen. Rassen sind nach Herre und Röhrs „Untereinheit der Haustiere einer Art, welche sich in mehreren erblichen Merkmalen voneinander stärker unterscheiden“ (1991, S. 27). Eine Vorstufe zu unseren Hochzuchtrassen, stellen die Primitivhunderassen dar, zu denen neben dem Dingo die sogenannten „Pariahunde“ zählen, die als Ausgestoßene (Name!) ohne Betreuung oder Fütterung der Menschen von den Resten und Abfällen in Siedlungsnähe leben. Diese urtümlichen Hundetypen mit recht einheitlichem Aussehen sind in weiten Teilen des Vorderen Orients und Afrikas verbreitet. Die Vertreter des tropischen Hackbaugürtels werden auch Schensihunde genannt. Manche, wie der Basenji, sind als eigene Rasse eingetragen. Australische Dingos sind, wie genetische Untersuchungen bestätigen, eine auf einer frühen Domestikationsstufe verwilderte Haushundform (vgl. Leonard et al. 2002).

Entstehung der Rassen

Wie Zimen betont, gedeihen „zahlreiche Extremformen und Spezialisten nur unter der intensiven Obhut des Menschen“ (1989, S. 140). Bei der Wildart nicht oder nur selten vorkommende Merkmale werden durch die gezielte Zuchtwahl aufgrund ästhetisch oder praktisch bevorzugter Vorlieben der Menschen gefördert. Obwohl die Merkmalsvielfalt insgesamt im Zuge der Domestikation zunimmt, wird durch züchterische Maßnahmen die Spezifizierung und Merkmalsvereinheitlichung innerhalb der Rassen gefördert (vgl. Zimen 1989, S. 99).

Durch gezielte menschliche Selektion der Hunde auf bestimmte Verhaltensweisen oder Körpereigenschaften spezifizierten sich unterschiedlichste Hunderassen, die genetisch aber keine einheitliche Gruppe darstellen (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S. 43). Dies geschah sowohl bewusst als auch unbewusst. Erfolgreich waren die Hunde, die dem Menschen in ihrem Aussehen oder Charakter gefielen und so entweder gezielt verpaart wurden oder durch Nahrung belohnt wurden und so den übrigen Artgenossen gegenüber höhere Fortpflanzungschancen hatten.

Die heute bekannten Hochzuchtrassen sind sehr jung. Zuchtbücher gibt es erst seit ungefähr hundert Jahren. Oft sind die eingetragene Hunderassen, wie der Mastino Napoletano, alten Hundetypen nachempfunden (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S. 41). Bis auf wenige Hunderassen, wie den Bernhardiner oder Pekinesen, entstanden die meisten Kulturrassen erst in den letzten Jahrhunderten (vgl. Benecke, 1994, S. 226).

Verringert sich die Körpergröße bei Haustieren im Vergleich zur Wildform meist, traten im Laufe der Zeit und der Weiterentwicklung der menschlichen Zuchtwahl neben Zwerg  (z. B. Zwergpinscher) auch Riesenformen (z. B. Dogge) der Rassen auf. Aufgrund der Vorliebe des Menschen zu Kuriositäten wurden immer extremere Formen erzüchtet, die ohne die Betreuung des Menschen nicht mehr überlebensfähig wären. Der Chihuahua ist der kleinste Hund der Welt mit 1800 g Durchschnittsgewicht. Das andere Extrem stellen der Irish Wolfhound und die Deutsche Dogge mit Widerristhöhen bis zu 96 cm dar. Die Variabilität der Rassen zeigt sich aber auch in den Ausprägungen der Körperproportionen. So ist der Mastiff zumindest theoretisch weiterhin fortpflanzungsfähig mit dem schlanken Windhund und veranschaulicht die bestehende Artzusammengehörigkeit trotz in der Natur beispielloser Differenziertheit (vgl. Feddersen-Petersen 1997, S. 246f).

Überzüchtung

Durch Heimhaustierzüchtungen entstandene Extremformen, die nur mehr eingeschränkt lebensfähig sind, finden ihre Liebhaber. Durch die Festlegung immer außerordentlicher Rassestandards oder durch Inzucht, die auf den eingeschränkten Genpool von Rassen und die bevorzugte Zucht mit Championatsrüden zurückzuführen ist, treten vermehrt Behinderungen in der hundlichen Kommunikation sowie Erbkrankheiten auf. Laut Feddersen-Petersen wirkt sich die „…große Variabilität der Rassen nun, die sich auf Kopf  und Körperform, Hautwachstum (Hängeohren, Hautfalten), Behaarung (Wollhaare, Haarlosigkeit) und ein breites Spektrum an Fellfärbungen wie Musterung bezieht, … mehr oder weniger ausgeprägt auf die Ausdrucksmöglichkeiten der Rassen aus“ (2004, S. 122). Starke Belefzung, Hängeohren und Faltenbildung im Gesicht beeinträchtigen die Hunde ihre Stimmung und Motivation auszudrücken, da Zähneblecken oder Unterwerfungssignale nicht mehr so klar übermittelt werden können (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S. 109). Beispiele von Qualzüchtungen sind „Wachstumsanomalien der Kieferknochen, der sog. Vorbiss oder Unterbiss, der für brachyzephale (=kurzköpfige) Rassen, wie beispielsweise Boxer und Pekinese nach deren Rassestandard `normal´ ist“ (Feddersen-Petersen 2004, S. 455). Betroffene Tiere, wie der Mops, leiden aufgrund der Verkürzung der Kiefer  und Nasenknochen an Kurzatmigkeit, Störung der Thermoregulation und Kauproblemen. Teile ihres angeborenen Verhaltens, wie die Imponiergeste des „Über-den-Fang-Beißens“ oder das Abnabeln der Welpen können nicht mehr ausgeführt werden und führen zu Frustration, die sich mitunter in aggressivem Verhalten äußern kann (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S. 123). Die Englische Bulldogge kann vielfach nicht mehr natürlich gebären. Ihre Welpen müssen per Kaiserschnitt entbunden werden. Aber auch mittels Verstümmelungen, wie das - durch das TSchG verbotene - Kupieren der Rute, wird die Kommunikation unter Hunden empfindlich gestört. Untersuchungen ergaben, dass betroffene Tiere öfter in aggressive Auseinandersetzungen verwickelt waren (vgl. Feddersen-Petersen 1997, S. 267ff).

Weitere Erscheinungsformen, die gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen, sind extreme Formen, wie Riesen- und Zwergwuchs, Kurzbeinigkeit, lange Ohren, Hautfalten, Haarlosigkeit und Pigmentmangel (vgl. Sommerfeld-Stur).



Abb. 5 und 6: Shar-Pei und Chinese Crested

Das von Österreich unterzeichnete Europäische Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren 1987 Artikel 5 besagt: „Wer ein Heimtier zur Zucht auswählt, ist gehalten, die anatomischen, physiologischen und ethologischen Merkmale zu berücksichtigen, die Gesundheit und Wohlbefinden der Nachkommenschaft oder des weiblichen Elternteils gefährden könnten“. Neben der Schwierigkeit der Grenzziehung und Definition von Qualzuchtmerkmalen ist auch die Durchführung problematisch. Wie das neue Tierschutzgesetz vorsieht, wird in einer entsprechenden Verordnung des BMGF eine Liste der Rassen herausgegeben werden, deren Zucht, Import und Erwerb aufgrund starker Schmerzen, Leiden. Schäden oder schwerer Angst verboten ist (§ 5 Abs. 5 Z 1, vgl. Hund und Recht).

Einteilung der Rassen

Die Einteilung der Rassen in Gebrauchshunde-, Jagdhunde- und Begleithunderasse ist in der Moderne oftmals nicht mehr gebräuchlich, da viele ursprüngliche Nutzhunde als Familien- und Gesellschaftshunde verbreitet sind. Der F.C.I. teilt die Rassehunde in zehn Kategorien ein.

Etwa wie es kein einheitliches „Hundeverhalten“ gibt, aufgrund der vielfältigen rassetypischen Unterschiede, ist die Berufung auf rasseeinheitliche Wesensmerkmale, wie Feddersen-Petersen betont, vielfach überschätzt, da „Rassen durch eine hohe interindividuelle Variabilität gekennzeichnet sind – und schwerlich als `uniform´ betrachtet werden können“ (2004, S. 43). Das Exterieur eines Hundes eignet sich nicht zur Verhaltenseinschätzung, da neben genetischen Faktoren auch die umweltbedingten Einflüsse entscheidenden Einfluss auf das Verhalten wie das Lernvermögen haben. Rassebezogen können bereits in frühen Entwicklungsphasen genetische Dispositionen beobachtet werden, wie die Apportierfreudigkeit bei Labrador Retrievern oder die Präferenz für Rennspiele bei ausgesprochenen Laufhunden, wie den Barsois. Dieses Appetenzverhalten sollte nicht nur zur Vermeidung von Deprivationsstörungen sondern auch zur rassegerechten Entwicklung angeborener Verhaltensbesonderheiten durch entsprechende Reizbereitstellung beachtet und gefördert werden (vgl. Feddersen-Petersen 1997, S. 255).

1.2Das Rudeltier

Warum sich gerade der Wolf und keine andere Tierart in domestizierter Form zum besten Freund des Menschen, wichtigen Sozialgefährten und spezialisierten Helfer und Begleiter in den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft entwickelte, ist bei genauerer Betrachtung der wölfischen Sozialstruktur und Kommunikation nicht weiter verwundernswert. Die folgenden Abschnitte basieren weitgehend auf den Erkenntnissen der Verhaltensforscherin Feddersen-Petersen (1997, 2000, 2004).

soziale Organisation

Für unsere Fragestellung ist weniger eine deskriptive Auflistung des Verhaltensrepertoires von Hunden von Bedeutung, zumal dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, als eine Vorstellung der besonderen Eignung des Hundes für ein Zusammenleben mit dem Menschen. Feddersen-Petersen listet Eigenschaften wölfischer Rudelstrukturen auf, die hohe Übereinstimmung mit menschlichen Gesellschaftsnormen aufweisen (2004, S. 34f):




Auffällig ist die hoch entwickelte soziale Ordnung und Kommunikation innerhalb des Wolfsrudels. Selbst unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, teilen diesen hohen Grad an Gemeinschaftssinn nicht mit uns. Dadurch wird nicht nur die Domestikation gerade des Wolfes verständlich sondern obendrein die innige, emotionale, zwischenartliche Beziehung (vgl. Mensch Hund Beziehung). Der Zusammenschluss in ein Rudel erhöht die Überlebenschancen der Tiere, zumal sie nicht nur bei der Jagd auf große Beutetiere erfolgreicher sind, sondern auch bei der Jungenaufzucht und Verteidigung gegen Feinde. Da innergemeinschaftliche Verletzungen die Überlebensfähigkeit des Rudels schwächen würden, wurde die Entwicklung einer ritualisierten Verständigung notwendig (vgl. Hallgren 1997, S. 48ff). Hunde „unterhalten sich“ basierend auf Körpersignalen gleichzeitig auch durch Lautäußerungen und Düfte (vgl. Die Sinne). (Begrüßungs-)Rituale und „Regeln“ dienen der Etablierung einer gefestigten Rangordnung und stärken die Gemeinschaft des Rudels. Der Status eines Tieres innerhalb der Gruppe beeinflusst den Zugang zu Ressourcen, die Fortpflanzungschancen und den Freiheitsgrad des Individuums. Der Sozialstatus und die Befindlichkeit sind bei Hunden an der Körpersprache ablesbar (vgl. Feddersen-Petersen 1997, S. 263).

Auch für den heutigen Hund ist das Leben in hierarchischen Strukturen wichtig. Das Leben in reinen Hunderudeln ist „…für Haushunde aber – seit vielen Jahrtausenden Sozialgefährten des Menschen – untypisch geworden“ (Hassenstein 2003 aus: Feddersen-Petersen 2004, S. 11). Dies bestätigten Beobachtungen von Feddersen-Petersen an Zwergpudeln (2004, S. 301). Im menschlichen Verband erweisen sie sich als ideale Begleiter mit hohem Anpassungsvermögen. In reiner Gruppenhaltung fallen die zahlreichen aggressiven Auseinandersetzungen auf, die auf das vergröberte, entritualisierte Ausdrucksvermögen dieser Hunderasse zurückzuführen sind. „So ist neben Sozialisations  und Bindungsfähigkeit an den Menschen seine Bereitschaft zur sozialen Unterordnung ihm gegenüber seine wohl prominenteste Eigenschaft“ (Zimen 1989, S. 269).

Sozialisierungsphase

Unter der „Sozialisierungsphase“ versteht man die Zeitspanne zwischen 17. und 90. Tag nach der Geburt, in der der Welpe eine der Prägung ähnliche Phase erhöhter Lernfähigkeit durchlebt (vgl. Feddersen-Petersen 1997, S. 259). In dieser sensiblen Phase lernt das Jungtier die Kommunikation und Interaktionen mit seinen Sozialpartnern sowie Verhaltensabläufe, die ihm im späteren Leben zur Verfügung stehen werden. Fehlende Gewöhnung an den Menschen und andere Artgenossen (Sozialisation) und die zukünftigen Reize seines Umfeldes (Habituation) führen in dieser Phase emotionaler Sensibilität mitunter zu Verhaltensauffälligkeiten und  störungen, die nur schwer bis gar nicht therapierbar sind (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S. 388). Im Gegensatz zum Wolf dauert die Sozialisierungsphase des Hundes länger, was ihn zu einem idealen Begleiter des Menschen macht. In dieser Phase zeigt das Tier eine hohe Anpassungsfähigkeit und kann so an die Gesellschaft des Menschen und an die städtische Umgebung gewöhnt werden (vgl. Fogle 1999, S. 14f). Vielmehr noch weisen Untersuchungen von Feddersen-Petersen an verschiedenen Hunderassen auf die Unverzichtbarkeit des Menschenbezuges vor allem in der frühen, sensiblen Entwicklungsphase des Hundes hin. Fehlender Kontakt zu Menschen führt nicht nur zu sozialen Entwicklungsdefiziten sondern äußerte sich auch in gestörten, konfliktreichen Beziehungen zu Artgenossen (vgl. Feddersen-Petersen 1997, S. 252). Betroffene Hunde sind sozial unsicher, was sich in Schreckhaftigkeit, Aggressivität oder Teilnahmslosigkeit äußern kann. Dieser Erkenntnis folgend werden von Hundeschulen organisierte „Welpenspielgruppen“ immer beliebter, um den zumeist einzeln gehaltenen Tieren auch nach der Trennung von Mutter und Geschwistern den Kontakt und das Spiel mit möglichst gleichaltrigen und  großen Artgenossen zu ermöglichen. Hier setzen auch erste Schritte der Welpenerziehung an.

Lern- und Spielverhalten

Beim Welpen dient das Spiel dem Erlernen und Einüben körperlicher Fertigkeiten und sozialer Verhaltensweisen und ist für die weitere Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Laufspiele, Rollenwechsel zwischen Angreifer und Verteidiger, Rollenspielen mit eigentlich Ranghöheren, die sich unterwerfen lassen, und übertrieben ausgeführte Spielgesten finden nur in entspannter Atmosphäre statt. Unter erwachsenen Tieren dient das Spiel der Aggressionsbeschwichtigung, dem Kräftemessen und dem Ausloten der sozialen Rangordnung und ist vor allem bei subdominanten Tieren „…ein sozial bedingtes Zurückgreifen auf eine infantile Entwicklungsstufe“ die „[b]eim normalen, fest in die Familie integrierten Hund ein Leben lang besteht“ (Zimen 1989, S. 260). Die gelöste Stimmung ist Vorraussetzung für Spiel aber auch für Lernprozesse, die unter Zwang weniger Erfolg zeigen und die Beziehung zum Menschen dauerhaft schädigen können. Ein Sinneswandel in modernen Hundeschulen wird durch wissenschaftliche Ergebnisse gestützt. Hunde lernen vornehmlich durch positive Verstärkung wie Lob, das als Bestätigung der sozialen Zugehörigkeit Sicherheit gibt.


Abb. 7: Sozialkontakt unter Hunden

Neben Isolation, Reizarmut und Lokationsdefiziten sind auch negative Erfahrungen im Umgang mit dem Menschen, durch grobe Behandlung, Auslöser für eine verringerte Sozialisationsfähigkeit und führen in weiterer Folge zu erhöhter Angriffs- und Verteidigungsbereitschaft (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S. 248).

1.3Die Sinne/Kommunikation

Die Leistungsfähigkeit der Sinne von Mensch und Hund sind vielfach unterschiedlich. Um eine artgerechte Tierhaltung zu gewährleisten, muss man sich dieses verschiedenartigen Erlebens der Umwelt sowie der anderen Kommunikationsweise aber auch der rassebedingten Unterschiede der Sinnesleistungen bewusst werden.

optischer Sinn

Beim Hund ist der Sehsinn bei weitem nicht so dominierend wie dies beim Mensch der Fall ist. Entgegen früheren Annahmen Hunde wären farbenblind, stellte man fest, dass ihr Farbsehvermögen anders als das der Menschen ist. Ihnen fehlen die Rezeptoren für die Farbe Rot. In der Dämmerung sehen sie allerdings durch eine reflektierende Schicht am Augenhintergrund besser. Der auf die Jagd auf Fluchttiere spezialisierte Wolf vererbte die Neigung besonders auf Bewegung zu reagieren. Abhängig von der Stellung der Augen haben Hunde ein Sichtfeld von bis zu 270 Grad (vgl. Whitehead & Cuddy 1999, S. 27). Offenkundig ist die größenbedingt abweichende Perspektive.

Optische Kommunikation

Das optische Ausdrucksverhalten bestehend aus Mimik, Körperhaltung und Blickkontakt wird sehr ausgeprägt zur Kommunikation eingesetzt und drückt die Gestimmtheit des Hundes aus. Er „spricht“ visuell durch die Stellung der Ohren und des Schwanzes, die Fellsträubung, die Richtung des Blickes, die Angespanntheit der Gliedmaßen und der Mundwinkel.

Die Hundetrainerin Turid Rugaas (2001) beschreibt in ihrem Buch „Calming Signals“ die von Hunden eingesetzten Beschwichtigungssignale. Zahlreiche Verhaltensweisen wie Gähnen, über die Nase lecken, den Kopf abwenden oder einen Bogen gehen, dienen der eigenen Beruhigung und der vorbeugenden Besänftigung des Gegenübers und helfen so Konflikte zu vermeiden. Die Kenntnis der Kommunikation des Hundes und im speziellen dieser oft missverstandenen, konflikt- und aggressionshemmenden aber auch der distanzfordernden Signale, wie dem Knurren, ist für ein stressfreies Miteinander zwischen Mensch und Hund von großer Bedeutung.

Dieses setzt der Hund auch bei der Kommunikation mit dem Menschen ein. Wie jüngste Studien zeigen entwickelte der Hund eine besondere Fähigkeit menschliche Körpersprache und Gesten zu lesen (vgl. Hare et al. 2002; Pennisi 2002; Wilhelm 2003, Miklosi & Soproni 2005; Topal et al. 2005; vgl. Mensch-Hund-Beziehung).

akustischer Sinn

Das Hörvermögen des Hundes ist leistungsfähiger als das des Menschen. Hunde hören höhere Töne. Liegt der Frequenzbereich des Menschen zwischen 20 und 20 000 Hertz, hören Hunde Geräusche bis 40 000 Hertz. Auch besitzen Hunde durch ihre beweglichen Ohrmuscheln ein besseres Richtungshörvermögen. Sie können eine Geräuschquelle aus vier Mal größerer Entfernung ausmachen (vgl. Bailey 2001, S. 80).

Akustische Kommunikation

Bellen wird vermutlich domestikationsbedingt in Anpassung an die menschliche Kommunikation und als Ersatz für mimische Defizite (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S. 73, 172) im Unterschied zum Wolf, der diese Lautäußerung seltener, nur im Ernstfall und als Warnlaut einsetzt, „…in einer wesentlich größeren Vielfalt bezüglich seiner klangspektrographischen Struktur, seiner Motivation wie seines sozialen Kontextes geäußert“ (Feddersen-Petersen 2004, S. 125). Die Bellfreudigkeit ist nicht nur rasseabhängig sondern auch individuell verschieden. Das optische Ausdrucksverhalten wird auditiv durch bellen, winseln, knurren, schreien und heulen ergänzt und unterstrichen. Hunde reagieren weniger auf die Worte als auf die Stimmlage des Menschen. Ricco, ein Border Collie, erlangte Berühmtheit durch sein Wortgedächtnis von 200 Wörtern.

olfaktorischer Sinn

Der Geruchssinn ist der am besten ausgeprägte Sinn des Hundes. Im Gegensatz zum Hör- und Gesichtssinn ist dieser bereits bei der Geburt ausgebildet. Kot und Urin sind neben Sekreten der Zirkumanaldrüsen Träger olfaktorischer Informationen. 125-225 Millionen Riechzellen des Hundes stehen 20 Millionen des Menschen gegenüber. Hunde riechen manche Stoffe millionenfach besser. „Hunde reagieren bereits auf weniger als 10 000 Moleküle Buttersäure pro cm³ Luft, während Menschen erst eine millionenfach stärkere Konzentration, etwa 7ּ109 Moleküle pro cm³ Luft wahrnehmen“ (Feddersen-Petersen 2001, S. 56). Nicht nur die große Anzahl der Riechzellen auch der entsprechend dimensionierte Bereich des Gehirnes ermöglicht dem Makrosmaten Hund dreidimensional (!) Gerüche zu orten und so auch tagealte Fährten zu verfolgen. Die olfaktorischen Signale haben Langzeitwirkung. Hunde besitzen ein ausgezeichnetes Geruchsgedächtnis mit dessen Hilfe sie Artgenossen und Menschen am Individualgeruch erkennen (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S. 181). Wie Feddersen-Petersen betont, sind die Duftsignale der Säugetiere nicht mit den Pheromonen niederer Tiere gleichzusetzen, da die Reaktion abhängig ist von „der jeweiligen Zusammensetzung der Botschaft, von gemachter Erfahrung und dem Entwicklungsstatus des Tieres“ (2004, S. 182).

Olfaktorische Kommunikation

Wie der Wolf markieren Hunderüden beziehungsweise manche Hündinnen, um das Revier abzugrenzen und ihre Dominanz - auch optisch durch das Abspreizen der Hinterextremität - auszudrücken. Hunde beziehen aus den chemischen Bestandteilen dieser Markierungen, eines menschlichen oder tierischen Individuums oder einer Fährte Informationen über das Geschlecht, das Alter, den Gesundheitszustand, die Fortpflanzungsfähigkeit und die Emotion (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S. 178). Die Überlegenheit des Geruchsinns äußert sich im Begrüßungsverhalten der Hunde. Das ausgiebige Beriechen der mit Duftgewebe ausgestatteten Schnauzenregion sowie die Anogenitalkontrolle sind gleichzeitig Ausdruck des sozialen Status (vgl. Feddersen-Petersen 2000, S. 55). Die olfaktorische Kommunikation hat den Vorteil gegenüber der optischen und akustischen, bei denen der Kommunikationspartner anwesend sein muss, dass die chemischen Signale auch in dessen Abwesenheit wahrgenommen werden können. Das nach dem Koten auftretende Scharrbedürfnis der Hunde dient wohl zusätzlich der Oberflächenvergößerung des Untergrundes zur besseren Verteilung des Geruches (vgl. Feddersen-Petersen 2004, S 178). Hunde markieren durch Urin an charakteristischen, bevorzugt erhöhten Punkten, wie Bäumen und Steinen zur Abgrenzung des eigenen Territoriums sowie zur Kenntlichmachung des Ranges und der Stärke. Von Hunden ausgetragene „Duftduelle“, bei denen die eigene Duftmarke über der Anderer angebracht wird, sind in der Stadt häufig vorzufinden.

taktiler Sinn

Die im ganzen Körper verteilten Rezeptoren des Tastsinnes sind gehäuft „unter der Körperoberfläche (Oberflächensensibilität) und in den Muskelspindeln (Tiefensensibilität)“ vorzufinden (Feddersen-Petersen 2004, S. 193). Die Tast  oder Sinushaare sind besonders empfindlich.

Taktile Kommunikation

Der taktilen Kommunikation kommt im Wolfsrudel eine besondere Bedeutung zu. Sie dient in großem Maße dem Ausdruck und der Festigung sozialer Bindungen untereinander. Anstelle der Hände wird die Schnauze einerseits zur Bekundung von Zuneigung durch Schnauzenzärtlichkeiten, Lecken, Knabbern oder Stupsen aber auch zur Zurechtweisung durch Umfassen des Fanges oder Beißen, mit vielfältiger Ausdrucksmöglichkeit eingesetzt. Fellpflege, Kontaktliegen aber auch körperliche Auseinandersetzungen (Wegdrängen, Rempeln, Aufreiten) zählen weiters zur Kommunikation durch Berührungsreize (vgl. Feddersen-Petersen 1997, S. 263, 276).

1.4Das Lauftier

Der Hund ist wie der Langstreckenläufer Wolf ein Lauftier. Der Hund bevorzugt den langsamen Trab als Gangart. Gerade das Bedürfnis nach Auslauf ist, abhängig von der ursprünglichen Verwendung der Rasse, der Größe, des Alters und des Temperamentes, von Hund zu Hund unterschiedlich.

Bei Haustieren ist das Bewegungsbedürfnis meist viel geringer, wie wir auch beim Vergleich von Wölfen mit Pudeln beobachteten,“ meinen Herre und Röhrs (1990, S. 367). Dies begründen sie durch den Zusammenhang zwischen Bewegungsbedürfnis sowie Nahrungsbeschaffungs- und Fluchtverhalten, das im Hausstand nur mehr eingeschränkt notwendig ist. Dieser Umstand macht eine Hundehaltung in der Stadt möglich. Das Bewegungsbedürfnis ist rasseabhängig. Neben Hunden, die sehr viel Auslauf benötigen, wie Windhunden oder Huskies, kann bei vielen (Zwergpischer, Malteser) auf ein geringeres Bewegungsbedürfnis geschlossen werden (vgl. Feddersen-Petersen 1997, S. 280).


Abb. 8: Laufender Hund in Hundezone

Den Wohnungshunden sollte nach Althaus (aus: Feddersen-Petersen 1997, S. 280) beaufsichtigter Auslauf in natürlicher Umgebung möglichst ohne Leine geboten werden. Feddersen-Petersen (1997, S. 282) fügt an, dass es dem ständig angeleinten oder neben dem Fahrrad herlaufenden Hund nicht möglich ist, Laufart und –geschwindigkeit selbst zu bestimmen und zu variieren, Kontakt zu anderen Hunden herzustellen oder für ihn bedeutsame Reizen auszuwählen. Neben der lokomotorischen Auslastung ist nämlich desgleichen die psychische Anregung durch Reize wichtig. Unabhängig von der Größe kann eine entsprechende Reizvielfalt nicht in einer Wohnung oder einem Garten geboten werden. Das Nasentier Hund findet ganz andere Reize „interessant“ und kann die mannigfaltigen Informationen der Markierungen und Fährten aber auch anderer sinnlicher Eindrücke nur unangeleint beliebig erforschen und auf diese adäquat reagieren. Wie für den Menschen ist auch für den Hund eine Isolierung und Reizarmut mit Leiden bis hin zu Schäden verbunden und somit nicht tierschutzgerecht.